Schlüsselbild

Das Bäckerhandwerk zählt zu den ältesten und traditionsreichsten Handwerken. Die Kunst des Brotbackens selbst kann aber schon auf eine mehr 7.000-jährige Geschichte zurückblicken, aus der sich im Laufe der Zeit das traditionelle und stets zukunftsorientierte Bäckerhandwerk mit den Berufen des Bäckers und der Bäckereifachverkäuferin entwickelt hat.

Backwaren handwerklich herzustellen und die Menschen mit guten und leckeren Backwaren zu versorgen, erfordert mehr als Mehl, Wasser, Salz und Hefe zu einem Teig zu verarbeiten und daraus Brot zu backen. Bäckermeister zu sein bedeutet ein Unternehmen zu leiten, das effizient wirtschaftet, und dabei stets seinen handwerklichen Traditionen treu zu bleiben. Wer mit Leib und Seele Bäcker ist, der arbeitet gerne im Team, ist kreativ, will engagiert arbeiten und etwas leisten. Führungsqualitäten, betriebswirtschaftliches und unternehmerisches Verständnis sind gefragt. Dem Verkaufsteam kommt eine immer wichtigere Rolle für den Erfolg eines handwerklichen Bäckereiunternehmens zu. Als Gesicht des Unternehmens bestimmt der Verkauf das Erscheinungsbild der Bäckerei wesentlich mit. Kompetente Beratung und freundliches Auftreten wird für die anspruchsvollen Kunden immer wichtiger.

Qualifizierte Aus- und Weiterbildung ist deshalb das A und O des erfolgreichen Bäckers und der erfolgreichen Bäckereifachverkäuferin. Das Bäckerhandwerk braucht junge Menschen, die für ihren Erfolg lernen, arbeiten und sich qualifiziert weiterbilden wollen, wie es ihrem Selbstbewusstsein entspricht. Was das Bäckerhandwerk bietet und welche Aufstiegschancen junge Menschen haben, zeigen die Informationen auf den weiterführenden Seiten Bäcker/in und Bäckereifachverkäufer/in. Die Filme über die Berufe bieten einen umfassenden und informativen Einblick.

Das Bäckerhandwerk

Mit einem jährlichen Gesamtumsatz von rund 12 Milliarden Euro und 276.000 Beschäftigten zählt das Bäckerhandwerk zur Spitzengruppe der deutschen Handwerksberufe. Und die Ausbildungssituation zeigt es deutlich: Das Bäckerhandwerk hat Zukunft! Derzeit werden rund 36.000 junge Menschen im Bäckerhandwerk ausgebildet. Das sind rund 13% aller Mitarbeiter des Bäckerhandwerks, die in mehr als 16.000 Bäckereien mit insgesamt 47.000 Verkaufsstellen beschäftigt sind. Damit gehört das Bäckerhandwerk zu den Top-Ausbildern des Handwerks und leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft.

Seit den 1950-er Jahren hat sich das Bäckerhandwerk stark gewandelt. Gab es früher überwiegend kleine Familienbetriebe mit direkt der Backstube angegliedertem Verkaufsgeschäft, so betreiben selbstständige Bäckermeister zunehmend zentrale Produktionsstätten mit einem lokalen oder regionalen Netz von Verkaufsstellen. Dies ermöglicht höhere Umsätze je Betrieb, die Einführung neuer Technologien und eröffnet neue Perspektiven im Unternehmen. Für Bäcker und Bäckereifachverkäuferinnen bedeutet diese Entwicklung lebenslanges Lernen im Sinne des Leitbildes des Deutschen Bäckerhandwerks. Ob Betriebswirtschaft und Unternehmensführung, Qualitätsmanagement, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, die Akademie Deutsches Bäckerhandwerk bietet hier für alle Unternehmensbereiche eine zukunftsorientierte Weiterbildung an.

Einstiegsqualifizierung - Ausbildung auf Probe mit Zertifikat

Ab 1. Oktober 2007 können interessierte Jugendliche über die Einstiegsqualifizierung den Weg in eine geregelte Ausbildung im Bäckerhandwerk finden. Jugendliche unter 25 Jahren können auf diese Weise die Ausbildungsberufe des Bäckerhandwerks (Bäcker/in und Bäckereifachverkäufer/in), den Ausbildungsbetrieb und das Berufsleben kennen lernen.

Ein sogenannter Qualifizierungsvertrag regelt dabei Inhalte, Tätigkeiten und Vergütung. Die Laufzeit des Vertrages beträgt 6 bis 12 Monate. In einem betrieblichen Praxistest (oder einem ähnlichen Verfahren) können die Teilnehmer das erworbene Können und Wissen unter Beweis stellen. Bei erfolgreichem Abschluss stellt der Betrieb ein Zeugnis und die zuständige Handwerkskammer das Abschlusszertifikat aus.

Entscheidet sich der Teilnehmer nach erfolgreichem Praxistest für eine Ausbildung in diesem Betrieb, kann die Einstiegsqualifizierung auf die nachfolgende Ausbildung angerechnet werden. Weiterführende Informationen bietet die zuständigen Handwerkskammer (Abteilung Berufliche Bildung) an.

Einstiegsqualifizierung - Informationsflyer [pdf/973 kB]